ALLE Kinder, ob mit oder ohne Behinderung, ob aus sogenannten bildungsnahem oder bildungsfernen Hintergrund, ob mit armen oder mit reichen Eltern, ob mit deutschem oder mit Migrationshintergrund haben ein Recht darauf, nach ihren Fähigkeiten gefördert zu werden. Sie haben ein Recht auf Bildung. Es geht darum, ihnen das Beste zu geben, nicht das Beste aus ihnen herauszuholen. Ich will keine „Einheitsschule“, sondern „Eine Schule für Alle“. Das ist eine Schule, die Vielfalt als Geschenk und nicht als Hindernis annimmt, die für Kinder da ist und sie nicht passend für „Schubladen“ macht, in die man sie hineinstecken kann. Natürlich möchte ich, dass wir unser Projekt bald verwirklichen. Dies sehe ich im öffentlichen Schulsystem mit seinen Trägheiten zur Zeit leider nicht, deshalb wählen wir den Weg einer privaten Ersatzschule. Wenn wir mit ihr auch „Anstifter“ für unser öffentliches Bildungssystem sein könnten, wäre das um so schöner.
Die Motivation, mich für Inklusion stark zu machen, ist einmal eine „egoistische“: Ich möchte für unsere Söhne (einer mit und einer ohne sogenanntem „sonderpädagogischen Förderbedarf“) eine gute Schule, die sie so wie sie sind annimmt und auf ihrem Weg zu selbständigen Persönlichkeiten in einer angemessenen Weise begleitet und ausbildet.
Inklusion ist aber auch die Umsetzung meines Glaubens als katholischer Christ. Gott hat uns „beim Namen gerufen“ ( Jes 43,1). Er nimmt jeden Menschen so an, wie er geschaffen ist, nicht weil er es nötig hätte, sondern weil er uns liebt. Gott ist inklusiv.